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Gesellschaft und Leben
252-1058 Bullshit, Fake News und Mani- 252-1064 Bilderkult und Bildkritik
pulation – Wie antike Rhetorik
und Philosophie helfen können Die Gegenwart erlebt eine menschheitsgeschichtlich
einmalige Massenproduktion und grenzenlose Ver-
„Eines der hervorstechendsten Merkmale unserer Kul- breitung von Bildern. Aber was ist ein gutes oder
tur ist, dass es so viel Bullshit gibt.“ schlechtes, wahrhaftiges oder trügerisches Bild?
Mit diesem Satz beginnt der Philosoph Harry Frankfur- Diese Frage ist keineswegs neu. So war die Geschichte
ter seinen Beitrag mit dem Titel „Über Bullshit“ (1986, der christlichen Kunst bestimmt von der Spannung
Neuauflage 2005). Er definiert bullshit als Mangel an zwischen einem hochkreativen Bilderkult und einer
Interesse an dem Unterschied zwischen wahr und scharfen Bildkritik. Daraus lässt sich für die Gegenwart
falsch. Frankfurter scheint damit eine neue dritte Kate- lernen.
gorie neben Wahrheit und Lüge identifiziert zu haben,
die geeignet sein könnte, dem Phänomen sintflutarti- Johann Hinrich Claussen
ger Mengen an Desinformation und Fake News besser Donnerstag, 15. Januar 2026
begegnen zu können. Aber ist das wirklich so? Darum 19.30 – 21.00 Uhr
geht es auch in diesem Vortrag.
252-1066 Demographische Transformation
Gyburg Uhlmann und Pflege. Herausforderungen
Mittwoch, 03. Dezember 2025 und Perspektiven.
19.30 – 21.00 Uhr
Die Pflege krankt und mangelt. Finanziell, personell,
252-1060 Die Zitrusfrüchte Italiens strukturell. Wer, wie, wo künftig in Deutschland die
Alten und Kranken pflegt, ist gänzlich offen.
Für uns Nordländer der Inbegriff des Südens, der Fri- Sicher ist: Ohne »gemeinsames Engagement aller«
sche des Sommers ebenso wie der weihnachtlichen wird in der Pflege nichts mehr gehen.
Sehnsucht nach duftender Wärme: Zitronen, Mandari- Thomas Klie analysiert in diesem Vortrag die Dilem-
nen, Blutorangen, Bergamotten, Pomeranzen, Zitro- mata der Pflegeindustrie und präsentiert Ideen und
natzitronen – unendlich ist die Vielfalt der Agrumen, Perspektiven für die Zukunft.
die in Italien kultiviert werden. Und alle haben sie ihre
eigene Herkunft, ihren eigenen Ort und ihre eigene Prof. Thomas Klie
Geschichte, die der Gastro- und Italienexperte Peter Mittwoch, 21. Januar 2026
Peter in seinem Vortrag vorstellt. 19.30 – 21.00 Uhr
Peter Peter 252-1068 Aramäisch: Weltsprache des
Mittwoch, 10. Dezember 2025 Altertums und der Gegenwart
19.30 – 21.00 Uhr
In Zeiten der Globalisierung sind Weltsprachen wie
252-1062 Wie Bilder erzählen: Englisch oder Chinesisch ein gängiges Thema, aber
Storytelling von Albrecht die erste eigentliche Weltsprache ist heute, wenn über-
Altdorfer bis Peter Paul Rubens haupt, nur noch ein exotischer Name, obwohl sie
immer noch gesprochen wird: Aramäisch.
Die Sammlungspräsentation mit Werken aus den Unter den Weltsprachen ist Aramäisch ein Sonderfall,
Bereichen der Altdeutschen und Altniederländischen weil mit ihm das persische Großreich um die Mitte des
sowie der Flämischen Malerei des 16. und frühen 17. ersten Jahrtausends v.Chr. Sprache und Schrift eines
Jahrhunderts verspricht die eine oder andere Überra- politisch wenig bedeutenden Gebietes gleichsam
schung. Beleuchtetet werden in diesem Vortrag unter- adoptiert und durch die imperiale Verwaltung zu einem
schiedliche Facetten eines Themas, das zu den Kern- maßgeblichen Kulturträger von Ägypten bis Indien
aufgaben der Malerei schlechthin gehört: Das Erzählen erhoben hat. In mächtigen Netzen von Beamten und
von Geschichten. Wie, was und durch wen wird Schreibern prägte es sodann Politik, Recht, Literatur
erzählt? und Religion der Alten Welt.
Welchen Zweck verfolgen Künstler:innen sowie Auf- In Weltreligionen wie dem Judentum, dem Christentum
traggeber:innen damit zu unterschiedlichen Zeiten, und dem Islam lebt dieses „Weltreich der Schreiber“
und an welches Publikum richten sie sich dabei? bis in die Gegenwart weiter.
Die Veranstaltung wird live aus der Alten Pinakothek in Der Vortrag führt durch die dreitausendjährige
München gestreamt. Geschichte des Aramäischen und nennt die wesentli-
chen Gründe für seinen Erfolg.
Mirjam Neumeister
Donnerstag, 11. Dezember 2025 Prof. Dr. Holger Gzella
19.30 – 21.00 Uhr Montag, 26. Januar 2026
19.30 – 21.00 Uhr
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