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Erfahrungsbericht über die Flucht übers Mittelmeer beeindruckt Zuschauer

Die Flucht über das Mittelmeer war das Thema beim Online-Vortrag der VHS Höxter-Marienmünster in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum, Welcome e.V. und dem Mehrgenerationenhaus Papenstraße, der im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ stattfand. 

Im Mittelpunkt stand der Erfahrungsbericht von Martin Kolek, der selbst aktiv an verschiedenen Rettungseinsätzen im Mittelmeer u.a. auf dem Schiff „SeaWatch“ teilgenommen hatte, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Der Delbrücker, der sich dort ehrenamtlich engagiert, berichtete ergreifend über die Situationen, wenn geflüchtete Menschen (Flüchtlinge) auf teilweise primitivsten Booten die Flucht übers Mittelmeer wagen. Libyen ist hier vor allem das Nadelöhr von dem es in Richtung Europa geht.

Mehrfach war er dabei, wenn dann Boote in Seenot auf hoher See entdeckt und geflüchtete Menschen gerettet wurden. Mit beklemmenden Bildern und authentischen Filmsequenzen dokumentierte er das Leid im Mittelmeer. Nicht immer gingen die Rettungseinsätze gut aus und so gehörte auch die Bergung von Toten zu seinen Aufgaben. Wenn niemand zurückgelassen werden soll, geht es bei dieser Thematik auch um die Frage von Ruhestätten für Seenotopfer oder wie man mit Trauer und Gedenken umgeht. Hier verwies er z.B. auf eine erste Gedenkstätte mit Friedhof, die zurzeit in Süditalien erbaut wird.

Er gab auch Einblicke in die Schwierigkeiten aber auch in die Seelenlage der ehrenamtlichen Retter, die nicht überall willkommen sind. Über 40 Teilnehmer zeigten sich bei dem Vortrag tief betroffen von den Schilderungen und diskutierten auch über Fragen von politischer und gesellschaftlicher Verantwortung und Lösungsansätzen.

Die ersten Kommunen haben sich in Deutschland zu „sicheren Häfen“ erklärt, um hier aktiv zu unterstützen. Mit der „Seebrücke“ gibt es eine internationale Bewegung, die sich für sichere Häfen und Fluchtwege einsetzt und einen menschenwürdigeren Umgang fordert. Neben einer bestehenden lokalen Gruppe in Holzminden hat sich ganz aktuell auch in Höxter eine Gruppe gegründet, die das Thema auch vor Ort aufgreifen möchte. Wer sich bei der Seebrücke Höxter engagieren oder Kontakt aufnehmen möchte, meldet sich bitte unter: hoexter-seebruecke@posteo.de.


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